| Gliptine |
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Während GLP-1 bzw. GLP-1 Analoga nicht oral in Tablettenform verabreicht werden können (als Eiweißkörper würden sie dabei ebenso wie Insulin von der Magensäure zerstört werden) ist das bei der Substanzklasse der Gliptine schon möglich.
Wie nach Lesen des Grundlagenkapitels über die Inkretine zu vermuten ist gibt es ja auch noch eine andere Methode, dem Körper die Auswirkungen von GLP-1 verfügbar zu machen. Die kurze Wirksamkeit von 1-2 Minuten des GLP-1 rührt ja daher, daß es dann von dem Enzym DPP-4 (Dipeptidyl-Peptidase 4) aufgelöst wird. Warum also nicht dieses Enzym hemmen und so die Wirkdauer des vom eigenen Körper hergestelltem GLP-1 verlängern? Ohne Enzyme, die es abbauen reichert sich ja der Spiegel der Inkretine weiter an und kann dann seine Auswirkungen haben:
Aber diese anderen OAD (=orale Antidiabetika) haben auch Nebenwirkungen, die man im Einzelfall gern vermeiden möchte. Gliptine bewirken durch eine Verstärkung der GLP-1 Wirkung eine vermehrte Sekretion von Insulin. Die Sulfonylharnstoffe (SH) tun das auch aber eben generell und nicht glukoseabhängig. Sinkt der BZ zu sehr ab erfolgt bei GLP-1 (Plasmaspiegel durch Gliptine gesteigert) keine weitere Insulinfreisetzung, anders als bei SH. Außerdem steigt unter SH die Sekretionslast der Betazellen so stark an, daß vermehrt unfertiges Insulin als sogenanntes "Proinsulin" ins Blut abgegeben wird. Proinsulin nennt man es, wenn das Insulinmolekül noch nicht gefaltet und noch mit dem C-Peptid verbunden ist. Proinsulin hat an den Muskelzellen nur etwa 10% der Wirksamkeit, die reines Insulin (oder Insulinanaloga) hat, bei den Fettzellen jedoch schon 100% der Wirkung auf die Adipogenese, also den Aufbau von Fettmasse. Insbesondere beim Organfett (=viszerales Fett; im Gegensatz zum Fett in der Haut) kann das schädliche Folgen mit sich bringen, weil vom Organfett Hormone und Eiweiße abgegeben werden (insbesondere Interleukin 6), die das kardiovaskuläre Risiko erhöhen. (Übrigens ein weiterer Hinweis darauf, daß eine Fettabsaugung (Liposuktion) rein kosmetischen Charakter hat)Auch bei den Glitazonen kann es Effekte geben, auf die man gern verzichten würde. Da wäre zum einen die erhöhte Wassereinlagerung (Ödembildung) und zum anderen gibt es Hinweise darauf, daß sich bei bestimmten Personen unter einer Glitazontherapie das kardiovaskuläre Risiko erhöht. Und gerade das kardiovaskuläre Risiko, also das Risiko von Erkrankungen der Herzkranzgefäße, die zum Herzinfarkt oder zur Herzschwäche führen können will man ja eigentlich mit der Diabetestherapie vermindern.In Deutschland sind die Gliptine zugelassen in Kombinationstherapie mit Metformin oder Gltazonen. Die Auswirkungen auf das Körpergewicht stellt sich in den Studien als nicht so eindrucksvoll wie bei den GLP-1 Analoga heraus, wurde in der Praxis aber auch schon beobachtet. Mögliche Nebenwirkungen: Gegenanzeigen: Wechselwirkungen: Produkte: (Wirkstoffnamen in Klammern) Kombipräparate: (Wirkstoffnamen in Klammern)
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. Februar 2010 um 22:37 Uhr |