Man fördert und unterstützt
die individuelle Körperpflege. Hierbei wird auf den Hautzustand,
die allgemeine Hautpflege (z.B. Kosmetik) und die spezielle Hautpflege
geachtet. Beim Waschen des Patienten wird darauf geachtet, ob sich jemand
selbständig waschen kann oder dabei Hilfe benötigt. Es wird
dabei die Pflege im Hinblick auf einzelne Körperbereiche unterschieden
(z.B. Mund-/ Nasen-/ Augen-/ Nagel-/ Haar-/ Intimbereichspflege). Weiterhin
muß auf Hautschäden (Rötungen, Schwellungen, Blasenbildungen,
Ödeme, Hautdefekte, Allergien, Infektionen) geachtet werden.
Spezielle Pflege bei DM:
- Einstichstellen der Insulininjektionen in regelmäßigen
Intervallen wechseln. (Injiziert man zu häufig in ein Areal
können sich Hautveränderungen einstellen, die nicht nur
unschön aussehen sondern die auch die Aufnahme von Insulin
in die Blutbahn behindern.
Subcutane Injektionen sind möglich im Bauchbereich
(dort wird es meist am schnellsten resorbiert), sowie in die Außenseiten
der Oberarme und Oberschenkel.
Vorsicht!
Bei Pat. mit nur geringem Unterhautfettgewebe kann dort versehentlich
intramuskulär injiziert werden. Hier kommt es auf die richtige
Injektionstechnik an. Bei dünner Haut immer eine Hautfalte
nehmen und im 45 Grad Winkel einstechen. Bei adipöseren (etwas
gewichtigeren) Pat. kann man auch im 90 Grad Winkel einstechen.
- Hautbeobachtung auf Hämatome (blaue Flecken). Manche lassen
sich nicht vermeiden, wenn man unbemerkt ein größeres
Kapillargefäß punktiert hat. Auch Pat. unter ASS, Heparin
oder Marcumar neigen eher zu Hämatomen.
Nadel
von Pen und Stechhilfe täglich, spätestens jedoch alle
zwei Tage wechseln. Selbst wenn die Nadel mit bloßem Auge
unversehrt aussieht: sie beginnt schon mit der ersten Injektion
stumpf zu werden. Unter dem Mikroskop erkennt man oft Kanten und
Widerhaken bei benutzten Nadeln, die, könnte man sie mit bloßem
Auge sehen, wohl keiner mehr freiwillig benutzen würde. Solche
gebrauchten Nadeln reißen größere Wunden als ungebrauchte
und sind in den meisten Fällen für die Hämatombildung
verantwortlich.
- Hautbeobachtung auf rote Flecken, Quaddeln, Pusteln. Manche Diabetiker
können Allergien auf Insulin, häufiger aber auf Insulinzusatzstoffe
bilden, die sich dann so äußern können.
- Bei der Körperpflege auf Hautschädigungen achten, diese
dokumentieren und den Verlauf beobachten. Diabetiker neigen zu schlechter
Wundheilung. Aus Bagatellverletzungen z.B. am Unterschenkel haben
sich so schon oft »offene Beine« (Ulcus cruris) entwickelt,
aus solchen an den Füßen ein diabetisches Gangrän.
- Die Beine und Füße eines Diabetikers können ruhig
eingecremt werden. Das ideale Mittel dazu ist aber Wasserarm und
Alkoholfrei (denn beides trocknet die Haut aus) und vor allem: Weniger
ist oft mehr! (Will heißen: trägt man zuviel Salbe auf,
so kann sich eine feuchte Kammer bilden, die allerlei Keimen und
Pilzen das Wachstum begünstigt).
- Beim Waschen der Füße ist anschließend auf gründliches
Abtrocknen (auch der Zehzwischenräume) zu achten. Notfalls
mit einem Fön trocknen. (Feuchte Kammer)
- Fußpflege: Selbst kleinste Verletzungen können Komplikationen bis hin
zur Amputationspflichtigkeit der betroffenen Extremität nach sich ziehen.
Hervorgerufen durch die Fußpflege seitens einer
nicht speziell dazu ausgebildeten Pflegekraft stellt so etwas einen schweren
Pflegefehler dar!
Daher sollte man diese Fußpflege besser einer
Fachkraft für medizinische Fußpflege überlassen.
Will der Pat. die Fußpflege selber übernehmen, so kann
man ihm raten die Nägel zu feilen anstatt zu schneiden.
Hat der Pat. Blasen, die wie Brandblasen aussehen und mit klarer
Flüssigkeit gefüllt sind, deren Entstehung man sich nicht
erklären kann?
Möglicherweise »Bullosis diabeticorum« (Sorry, einen deutschen Begriff dafür
kenne ich nicht). Tritt manchmal beim Langzeitdiabetes auf, häufig
in Verbindung mit einer Neuropathie. Ursache unklar, heilt folgenlos
aus.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. Februar 2010 um 13:00 Uhr |