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AEDL 10: Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten |
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Hier handelt es sich um einen Bereich,
der in diesem Zusammenhang vielleicht etwas ungewöhnlich erscheint.
Gemeint ist, daß Pflegearbeit ein positives und lebensbejahendes
Selbstempfinden der Patienten als Mann oder Frau fördern sollte.
Man muß in der Pflege die Sexualität des pflegebedürftigen
Menschen akzeptieren, andernfalls kann man nicht gut pflegen. Durch den
intensiven Kontakt, den man zu Patienten hat, erlebt man automatisch die
Krisen mit, die ältere Menschen durch den Verlust ihrer Jugend und/oder
des Partners sowie durch ihre Einsamkeit haben. Man begleitet die Patienten,
die unter Störungen im Bereich Nähe/Distanz leiden. Beim Lebensbereich
"Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten" werden insbesondere
Verbindungen zu den Bereichen "Sich pflegen", "Ausscheiden",
"Sich kleiden", "Soziale Bereiche des Lebens sichern"
und "Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen" beachtet.
Spezielle Pflege bei DM:
- Stichpunkt »Diabetiker-Schuhe«: Oftmals entsprechen
diese Schuhe nicht den modischen Gewohnheiten der Trägerin/des
Trägers. Mit ihr/ihm kann man dann darüber sprechen, ob
jetzt die modische Komponente wirklich soviel wichtiger ist als
die Verhinderung eines diabetischen Gangräns. Allerdings ist
ihre /seine Entscheidung zu berücksichtigen, und evtl. läßt
sich ja ein Kompromiß finden.
- Diabetiker neigen häufiger als Gesunde zu Pilzinfektionen
im Intimbereich. Von vielen wird das noch als eine Art Geschlechtskrankheit
angesehen. Hier könnte man bei Pat., die ihre Grundpflege selbst
übernehmen, vorsichtig nachfragen, ob es da schon mal Probleme
gab/gibt, und Vorschläge machen, was man tun kann. (Antimykotische,
also gegen Pilze gerichtete Cremes oder Vaginal-Zäpfchen nach
Rücksprache mit dem Hausarzt, Optimierung der diabetischen
Stoffwechsellage)
Grund für diese vermehrte Häufigkeit ist der bei Diabetikern
manchmal zuckerhaltige Urin. In Verbindung mit der Feuchtigkeit
und der Dunkelheit des Areals bietet er einen optimalen Nährboden
für Pilze.
- Männliche Diabetiker könnten eine »erektile Dysfunktion«
(so der medizinische Ausdruck für Impotenz) haben oder entwickeln.
Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sie können organisch
(schlechte Durchblutung), nerval (Neuropathie) oder psychisch bedingt
sein.
Nicht selten treten auch Mischformen auf, bei denen zwei oder alle
drei Ursachen zusammenkommen.
Daraus resultiert oft nicht nur ein gestörtes Selbstwertgefühl,
sondern oft genug auch Probleme in der Partnerschaft. Hier wäre
zuerst der Gang zum Urologen angezeigt, um organische Ursachen zu
bestätigen oder auszuschließen. Der wird dann ggf. weiter
zum Psychotherapeuten verweisen.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. Februar 2010 um 13:01 Uhr |