| Ketoazidose |
|
|
|
Wenn ein Insulinmangel längerfristig
anhält, so kann der Organismus seinen Energiebedarf
nicht mehr aus Glucose decken, sondern verwertet freie Fettsäuren, die aus dem
Abbau von Körperfett entstehen (das nennt man "Lipolyse").
Es entstehen dabei aber nicht nur freie Fettsäuren, sondern auch Ketonkörper, wie
z.B. das Aceton.
Je nachdem, wie stark der Insulinmangel ist kann auch die Lipolyse stärker oder
schwächer sein und viel oder wenig Ketone freisetzen. Als pH-Neutral bezeichnet man einen pH-Wert von genau 7. Alles darunter nennt man sauer, alles darüber basisch. Unser Blut ist also leicht basisch und so muß es auch sein. Sinkt der pH nun (z.B. durch die Ketone), so wird man azidotisch. (Acid = Säure) Die Auswirkungen auf das Gehirn sind wie bei vielen Vergiftungserscheinungen (die ja auch eine Azidose bewirken):
Auffällig bei Ketoazidotischen Pat. ist der Azetongeruch (riecht wie faule Äpfel) in der Atemluft. Eine unbehandelte Ketoazidose führt zum Koma und damit zum Tod des Pat.! Bei Azetongeruch und hohem BZ gehört ein Pat. unverzüglich ins nächstgelegene Krankenhaus. Auch würde sich empfehlen bei ständig zu hohen BZs mal einen Ketonkörpertest mit Urinstreifen zu machen. Die meisten Ketonteststreifen für Urin messen semiquantitativ, d.h. sie geben das Ergebnis in +, ++ oder +++ wieder (positiv, doppelt positiv und dreifach positiv). Es gibt auch ein BZ-Messgerät, daß Keton direkt im Blut messen kann, und zwar das Medisense Precision Xtra. Allgemein ausreichend sind aber die Urinteststreifen, wenn sie ihr Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht überschritten haben. Die Behandlung einer ketoazidotischen Störung erfordert eine gute Schulung und einen gewissen Mut zum Ungewöhnlichen, denn man darf hier mit dem Insulin nicht zimperlich sein. In die Gefahr eine Ketoazidose zu erleiden
kommen Diabetiker, die sich regelmäßig mit Insulin behandeln nur selten. Am
gefährdetsten sind hier jedoch die Pumpenträger. Die freien Fettsäuren haben nämlich nicht nur die positive Eigenschaft, daß sie
als Ersatzenergie dienen können, sie haben auch die negative Eigenschaft die
Insulinrezeptoren auf den Zellen zu blockieren. Hier könnte ich jetzt aufzählen, nach welcher
Strategie man am besten weiter vorgeht, aber warum das Rad neu erfinden?
Ich würde daher empfehlen an dieser Stelle dort weiterzulesen, denn mir ist mehr daran gelegen, daß Sie es von einem wirklichen Vollprofi erfahren, als daß ich hier jetzt versuche exakt diese Inhalte nur mit eigenen Worten wiederzugeben.
|
|||
| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 06. Februar 2010 um 13:44 Uhr |