| Mikroangiopathien |
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Davon betroffen sind fast alle
Gewebe, denn die Mikroangiopathie stellt eine Schädigung der kleinsten
Blutgefäße, der Kapillaren dar. Die Pathogenese (=Krankheitsentstehung)
sowohl der Mikroangiopathien als auch der Neuropathien wird direkt auf den erhöhten
Blutzucker zurückgeführt. (=Anlagerung von Glucosemolekülen an
Gewebseiweiß). Klinische Auswirkungen der Mikroangiopathien wären z.B.: Retinopathien Man unterscheidet eine Nicht-Proliferative
Phase (= ohne Gewebswucherungen) oft als Vorstufe einer Proliferativen
Phase (= mit Gewebswucherungen einhergehend). Häufig bilden sich
Mikroaneurysmen an den neugebildeten Gefäßen, die dann zu Blutungen
neigen. Grund für diese Proliferation ist, daß die durch den
hohen BZ geschädigten Gefäße die Blutversorgung nur unzureichend
sicherstellen und der Körper versucht Umgehungskreisläufe zu
schaffen. Diese Proliferationen können bis zur Glaskörperabhebung
gehen. Diabetische Gangrän Ein diabetisches Gangrän ist ein
Untergang von Gewebe aufgrund unzureichender Durchblutung, ähnlich
dem Dekubitus. Allerdings ist hier nicht immer Druck der auslösende
Faktor, sondern oft reicht allein schon die angiopathische Primärschädigung
zur Gewebsnekrose. Weiterhin begünstigen Druck durch unzureichendes
Schuhwerk sowie externe Verletzungen bei eingeschränkter Wundheilung
die Entstehung. Selbst kleinste Verletzungen können
Komplikationen bis hin zur Amputationspflichtigkeit der betroffenen Extremität
nach sich ziehen. Hervorgerufen durch die Fußpflege
seitens einer nicht speziell dazu ausgebildeten Pflegekraft stellt so
etwas einen schweren Pflegefehler dar! Ist eine solche Schädigung bereits entstanden, gilt es sie zu therapieren. Nach sofortiger Rücksprache mit dem behandelnden Hausarzt beinhaltet eine solche Therapie die möglichst gute Einstellung der diabetischen Stoffwechsellage, eine weitestgehende Druckentlastung der betroffenen Extremität: keine engen, drückenden Schuhe, keine engen Socken (wenn es nicht anders geht kann man auch die Bündchen der Socken einschneiden, damit die nicht die Haut einschnüren), nach Möglichkeit keine zirkulären Verbände. (Ausnahmen sind - nach Anordnung durch den behandelnden Arzt - Kompressionsverbände/- hilfsmittel zur Thromboseprophylaxe. Grund: man riskiert lieber den Verlust einer Extremität als den Verlust des Lebens durch Thrombose mit daraus möglicherweise resultierender Lungenembolie). Evtl. kann - wenn noch nicht geschehen - die Durchblutungssituation durch Gabe von niedrigdosierten Thrombozytenaggregationshemmern (z.B. ASS 100) verbessert werden. Ein zielgerichtetes Wundmanagement, bei dem die Maßnahmen der jeweils aktuellen Wundsituation angepaßt werden, trägt seinerseits entschieden zum Therapieverlauf bei. Grundsätzlich unterscheidet sich die Wundversorgung bei Gangrän nicht von anderen Wundversorgungen - mit Ausnahme der möglichst weitgehenden Druckentlastung. Oft gilt heute der Grundsatz "Feuchte Wunden werden feucht behandelt, trockene Wunden trocken", dem ich mich auch anschließe. Wichtig ist, daß ein solcher Verbandwechsel unter aseptischen Bedingungen und in »None-Touch-Technik« durchgeführt wird. Zur Wundreinigung empfehlen sich (sterile/s!) Ringer-Lösung, NaCl 0,9% oder Wasserstoffperoxid. Reinigung der Wundränder mit Hautdesinfektionsmittel (Kodan-Spray) und zur Wunde hin, da ein Gangrän als septische Wunde angesehen wird. Die Wahl der Wundauflage wird durch
das Sekretionsverhalten der Wunde bestimmt. Ein weiterer Vorteil von Hydrokolloiden ist das beständig feuchte Wundmillieu, was seinerseits die Gewebsgranulation begünstigt. Hydrokolloide verkleben auch nicht mit dem Wundgrund, so daß ein Verbandwechsel auf schonende Art für das noch empfindliche neue Gewebe erfolgen kann. Stagniert der Heilungsverlauf über einen längeren Zeitraum, so ist der behandelnde Arzt hinzuzuziehen. Diabetische Nephropathien Die diabetische Nephropathie schreitet
über 10-25 Jahre voran. Zu Beginn sieht man eine Hyperfiltration
ohne Mikroalbuminurie (=Nachweis von Eiweiß im Urin), die sich im
Verlauf zu einer um 20-50% über normal liegenden Urinmenge mit einer
Mikroalbuminurie von > 300 mg/24 h weiterentwickelt. Bei Proteinurie, diabetischer Retinopathie,
Hypertonus und seit > 10 Jahren bestehendem Diabetes mellitus ist
die Diagnose sehr wahrscheinlich. Andere Nierenerkrankungen müssen
in Betracht gezogen werden, wenn eine schwere Proteinurie bei erst kurz
bestehendem Diabetes mellitus, eine Makrohämaturie (=Blut im Urin)
oder eine schnelle Abnahme der Urinmenge vorliegen bzw. auftreten. Eine
Sicherung der Diagnose erfolgt durch Biopsie.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 06. Februar 2010 um 13:47 Uhr |