| Insulin-Gegenspieler: Cortison |
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Cortison? Das betrifft doch dann nur die, die es einnehmen müssen...
Keineswegs. Cortison ist ein Hormon, daß auch der Körper selbst herstellt, und zwar in der
Nebenniere. Die heißt übrigens so, weil sie tatsächlich neben der Niere liegt. Und einige Leute können so schwer erkrankt sein, daß bei der Steuerung der Abwehrkräfte das Personal der Steuerung (also das Cortison) etwas Hilfe brauchen kann. Ach so, verstehe. Und die nehmen dann Cortison ein. Kann man denen denn nicht auch anders helfen?Das kommt ganz auf die Erkrankung an. Du weißt ja: viele Wege führen nach Rom. Und es gibt für
die meisten Erkrankungen auch mehr als nur eine Art, sie zu behandeln. Sehen wir uns das mal am Beispiel des Cortison beim Diabetiker an: Für den Nichtdiabetiker ist das kein großes Problem: seine Bauchspeicheldrüse merkt daß der Blutzucker ansteigt und gibt dann mehr Insulin ab. Und kann der Diabetiker dann nicht auch einfach mehr Insulin spritzen?Natürlich kann er. Aber das ist nicht so einfach, denn man kann dafür keine Faustregel aufstellen,
wieviel Insulin wann gespritzt werden muß. Wie gesagt: das sind Erkrankungen, bei denen man das Immunsystem in seiner Arbeit unterstützen will:
Bei diesen Erkrankungen kommt es zu Entzündungen, also wahren Schlachten der Körperabwehr. Na schon, aber wie bei jeder Schlacht werden nicht nur die "Feinde" geschädigt, sondern
auch das Umliegende. Im Krieg sind das Gelände, Häuser, Zivilisten. Die meisten Schlachten sind ja nur kleine Scharmützel; die finden tagtäglich statt, ohne daß
man davon etwas merkt. Eben gerade weil Cortison aus dem Körper dafür sorgt, daß sie nicht ausufern. Gute Frage: Das selbst produzierte Cortison ist ja in immer den gleichen Mengen im Körper. Jeden falls so ziemlich gleich. Und daher fällt es nicht weiter auf, weil man kein Insulin dafür extra geben muß. Das ist ja in der normalen Therapie schon berücksichtigt. Es kann aber auch zu Tumoren der Nebenniere kommen, also zu Zellwucherungen. Und wenn dann auf einmal mehr Produzenten als üblich da sind, dann wird natürlich auch mehr als üblich produziert. Und es kann noch etwas vorkommen: wenn ein Mensch in seinen Genen, also den Bauplänen der Zellen schon stehen hat, daß dort nicht so viele Rezeptoren für Insulin sein sollen, dann kann dadurch der Diabetes ausgelöst werden. Kannst du dir vorstellen warum? Irgendwie schon: Cortison bringt den Blutzucker zum Steigen und die Bauchspeicheldrüse schüttet mehr Insulin aus. Das kann aber nicht schnell genug wirken, weil es zu wenig Andockstellen gibt. Also schüttet die Bauchspeicheldrüse noch mehr Insulin aus, und somit sind noch mehr Rezeptoren in der Pause. Und der Blutzuckerspiegel ist zu hoch: Diabetes!Goldrichtig! Du hast sehr gut aufgepasst... Eine Nebenwirkung vom Cortison ist ja auch, daß die Leute darunter zunehmen. Kannst du mir auch das erklären? Denk mal an die Insulinwirkung... Na Logo: Insulin bringt die Glucose ja nicht nur in die Muskelzellen, sondern auch in die Fettzellen. Und dort werden sie mit Hilfe von Insulin zu Speicherfett umgewandelt.Bravo! Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Und damit bist du jetzt - nach einer kleinen Pause - bereit für die nächste Lektion: Das HbA1c...
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 06. Februar 2010 um 23:01 Uhr |