| Physiologie |
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Als Verdauungsorgan stellt die BSD
(=Bauchspeicheldrüse) verschiedene Enzyme zur Verfügung. Enzyme sind
Reaktionsbeschleuniger (Katalysatoren), die an verschiedenen Stoffwechselprozessen
beteiligt sind. Hier eben an der Verdauung.
Der von der BSD produzierte Verdauungssaft - der Bauchspeichel (täglich etwa 1,5 Liter) - ist besonders reich an Enzymen, die an der Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettspaltung beteiligt sind. Das soll uns hier aber nur am Rande interessieren, da wir uns eher den Aufgaben der BSD im Zuckerstoffwechsel zuwenden wollen. Für den Diabetiker von Interesse sind eher die Hormone
(abgeleitet vom griechischen hormao = antreiben)
Auf den folgenden Seiten werde ich zunächst darstellen, wie das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren in einem gesunden Körper aussieht (Physiologie) und dem dann den Diabetiker gegenüberstellen (Pathophysiologie) Eins möchte ich an dieser Stelle aber schon mal betonen: Die Vorgänge des Hormonregelkreislaufs sind einem hochkomplizierten Uhrwerk vergleichbar, in dem verschiedene Zahnräder ineinandergreifen und sich wechselseitig beeinflußen. Einfache Aussagen, die sich auf "Insulin senkt den Blutzucker; Glucose erhöht ihn" beschränken werden Sie hier nicht finden. Dazu gibt es genug andere Informationsseiten. Hier soll das Ganze etwas genauer erklärt werden. Wenn man von Glucohomöostase (oder Glukosehomöostase) spricht, dann meint man damit die Selbstregulation des Glucosegleichgewichts im Körper.Die beiden hauptsächlich verantwortlichen Hormone sind Insulin (verantwortwortlich für die Assimilation (Aufnahme) von Glucose) und Glukagon (verantwortlich für die Deassimilation (Abgabe) von Glukose). Eine alleinige Stellgröße gibt es jedoch nicht, denn diese beiden Hormone stehen in enger
Wechselbeziehung zu anderen Hormonen, Neurotransmittern, Substraten und Metaboliten.
Hier sieht man auch schon die Wechselbeziehung der pankreatischen Hormone untereinander. Unterstützt wird diese teilweise über interzelluläre Kanäle von Zytosol zu Zytosol, andererseits über die schon in der Anatomie erwähnten arteriellen Flußrichtung (von Mitte zum Rand der Langerhans'schen Inseln). Aber auch wenn diese Steuerung der Glucohomöostase hauptsächlich intestinal erfolgt, so kann das Gehirn bei drohendem Glucosemangel zentralnervös eingreifen. Dies ist auch erforderlich, denn für die Nervenzellen ist Glucose der Haupt-Energielieferant und für bestimmte Zellen (Nebennierenmark und Erythrozyten) der einzige.Der Aspekt der intestinalen Hauptsteuerung wird eindrucksvoll unterstrichen, wenn man sich die Auswirkungen auf den Plasmainsulinspiegel zwischen enteraler und parenteraler KH-Zufuhr ansieht: bei enteraler Zufuhr ist der Plasmainsulinspiegel deutlicher erhöht. Grund ist vor allem die Mitbeteiligung von GLP-1, doch dazu später mehr.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 16. Januar 2010 um 10:50 Uhr |