| Sport und Diabetes |
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Das Verhalten des BZ beim Sport habe
ich mir exemplarisch herausgesucht um einen roten Faden für die Stoffwechselvorgänge
unter körperlicher Belastung zu haben.
Unter körperlicher Belastung verbraucht die Muskelzelle natürlich mehr Energie als im Ruhezustand. Diesen Mehrbedarf kann sie auf dreierlei Art decken:
Die Reihenfolge ist hierbei abhängig vom Trainingszustand. Zuerst werden die muskulären Glykogenspeicher abgebaut und verwertet, als nächstes dann die hepatischen (=aus der Leber stammenden) Glykogenvorräte. Besser trainierte Körper greifen dann eher auf die Fettreserven zu (und reagieren mit einem weniger starken BZ-Abfall). Zu Beginn wird die Insulinsekretion
gedrosselt (wodurch auch das Glucagon stärker wirkt) und die Katecholamine
steigen an. Beides bewirkt eine Zunahme der hepatischen Gluconeogenese,
wodurch den Zellen mehr Glucose zur Verfügung gestellt wird. Außerdem
wird durch das nun verminderte Insulin die Lipolyse nicht mehr so stark
gehemmt und es fallen vermehrt freie Fettsäuren und Glyzerin an.
Zusätzlich kann etwas später die Muskelzelle mit einem Glucosetransportmolekül
(GLUT-4) mehrere Glucosemoleküle gleichzeitig in die Zelle schleusen. Beim Insulinspritzenden Diabetiker kann es nun zu einer Hypoglykämie kommen, weil das bereits gespritzte Insulin ja nicht reduziert werden kann und einerseits die Zellen weiterhin versorgt und vor allem andererseits die Gluconeogenese ausgebremst wird. Die Glucose verschwindet also schneller aus dem Blut, als die Leber für Nachschub sorgen kann. Aus dieser Beschreibung geht
auch schon der pathophysiologische Vorgang einer Hyperglykämie
bei Sport im absoluten Insulinmangel hervor: In wenigen Ausnahmefällen kann es dazu kommen, daß auch beim Insulinbehandelten Diabetiker normale bis moderat erhöhte BZ-Werte unter Sport ansteigen anstatt zu fallen. Die Ursache hierfür liegt vermutlich in der Wirkung der Katecholamine, die ja insulinantagonistisch wirken. Schlußendlich versucht die Muskelzelle nach dem Sport, ihre erschöpften Glykogenspeicher wieder aufzufüllen. Der Umstand einer erhöhten Insulinsensibilität und verbesserter Ausnutzung der GLUT-4 hält auch nach dem Sport an, weswegen es bis zu 12 Stunden nach körperlicher Anstrengung noch zu einer Hypoglykämie kommen kann. Insulinspritzende Diabetiker müssen dies berücksichtigen und nach individuellen Erfahrungswerten auch ihre Insulingaben nach dem Sport (Insbesondere ihre BE-Faktoren) entsprechend anpassen. Langfristig führt Sport zu einer
Erhöhung der Insulinsensitivität an der Muskelzelle. Für
den Diabetiker heißt das, daß er so seinen Insulinbedarf langfristig
reduzieren kann, was auch seinem Körpergewicht (Wir erinnern uns:
Insulin ist ein anaboles Hormon!) zugute kommen kann.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 06. Februar 2010 um 12:51 Uhr |