| Geschichte 1921-1940 |
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1921
Mit dem so gewonnenen "Isletin" - wie Banting den Stoff zunächst nannte - behandelten sie schon kurz darauf erfolgreich einen Hund. (Später erwirkte MacLeod, daß der neue Stoff den von Jean de Meyer 1909 kreierten Namen "Insulin" bekam) Erste Behandlung am Menschen fand im Januar 1922 bei dem 13-jährigen Leonhard Thomas statt. Der Junge war im Dezember zuvor wegen schwerer diabetischer Entgleisung ins Krankenhaus gebracht worden und stand vor dem sicheren Tod. Nach der Behandlung sank sein Blutzuckerspiegel sofort, und nach einer verbesserten Reinigung des Präparates erreichte er Normalspiegel. Bei der "Association of American Physicans" 1922 war diese Meldung natürlich DIE Sensation. Banting, Best und Collip ließen ihr Extraktionsverfahren patentieren und vermachten dieses Patent der Universität von Toronto mit der Auflage, daß die Universität die Produktion von Insulin standardisieren, überwachen und dazu ein eigenes "Insulinkommittee" einrichten sollte. 1923 wurde schließlich der Nobelpreis für Medizin und Physiologie dem Gespann Banting und MacLeod zuerkannt. Banting war empört, daß Best einfach übergangen wurde und beschloß, sein Preisgeld mit ihm zu teilen. Ebenso hielt es MacLeod mit Collip. Frederick Grant Banting kam 1941 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Charles Herbert Best wurde danach Leiter des "Banting- und Best-Forschungsinstituts", an dem er selbst noch zahlreiche Entdeckungen machte. 1923 Der Physiologe John James Richard MacLeod (1876-1935) entdeckt gemeinsam mit John R. Murlin (1874-1960) im Pankreasextrakt einen Stoff, der den Blutzucker in die Höhe zu treiben vermag: das Glucagon, einen der Gegenspieler des Insulins. Im selben Jahr beginnt die industrielle Herstellung von Insulin, in Deutschland unter der Aufsicht des Insulinkomittees, dem Prof. Minkowski vorsteht. Alfred Erich Frank (1884-1957) entwickelt die Diguanide Synthalin A und B. Beide sind sehr leberschädigend und werden daher nicht lange angewendet. Aber aus ihnen entwickeln sich die Biguanide Phenformin, Buformin und Metformin, von denen heute nur noch letzteres angewendet wird. Hans Christian Hagedorn (1888-1971) entwickelt ein Verfahren, mit dem man die mehrmals täglichen Insulininjektionen auf Eine bis Zwei reduzieren kann. Insulin wird, wenn es an das aus dem Sperma bestimmter Fischarten gewonnene Eiweiß Protamin angelagert wird vom Körper verzögert aufgenommen. Damit ist das erste Depot-Insulin geschaffen worden. Auch heute noch wird dieser Mechanismus genutzt (NPH-Insulin; Neutrales-Protamin-Hagedorn)Später verfeinert die Gruppe um Hagedorn dieses Verfahren, indem sie Zinkionen hinzufügen. Damit machen sie sich einen Mechanismus zunutze, den auch die gesunde Bauchspeicheldrüse anwendet, wenn sie produziertes Insulin zwischenspeichert. Während des dritten Reiches werden in Deutschland alle Selbsthilfeorganisationen von den Nazis verboten!1940 Die Firma Hoechst bringt nach langen Forschungen eine neue Form von Depot-Insulinen heraus, die Surfen-Insuline.Schwierigkeit bei allen Depotinsulinen ist, daß sie als Suspension vorliegen, also feste Bestandteile in einer flüssigen Lösung. Hieraus ergeben sich aber Dosierungsungenauigkeiten, wenn man die Lösung nicht gut durchschüttelt/-rollt. Hier bringen die Surfen-Insuline eine Verbesserung: sie liegen als klare Lösung vor. Durch den Stoff Aminoquinurid in Verbindung mit Insulin entsteht eine salzartige Verbindung, die in den Insulinpräparaten bei sauren pH-Werten um 3,5 als klare Lösung vorliegt. Nach der Injektion ist das Surfen-Insulin nicht mehr ausreichend löslich, wodurch es subcutan ausflockt und so seinen Verzögerungseffekt erreicht.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. Februar 2010 um 22:34 Uhr |